Simbabwe will Dutzende Farmen zurückgeben
11.5.26 Afrika live
Simbabwe will Dutzende von Farmen, die vor mehr als 20 Jahren beschlagnahmt wurden, an ihre ausländischen Eigentümer zurückgeben
In Simbabwe hat die Regierung angekündigt, 67 Farmen an ehemalige ausländische Eigentümer zurückzugeben, die ihr Land in den 2000er Jahren verloren hatten. Unter der Präsidentschaft von Robert Mugabe waren mehrere tausend weiße Landwirte enteignet worden – zugunsten schwarzer Bevölkerungsgruppen, die während der Kolonialzeit ihres Landes beraubt worden waren. Diese umstrittene Politik führte zum Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft des Landes, berichtet RFI.
Die Regierung von Emmerson Mnangagwa betont jedoch, dass diese neuen Maßnahmen das Agrarreformprogramm Mugabes keineswegs infrage stellen. Vielmehr handle es sich um einen Schritt, um die Streitigkeiten aus den 2000er Jahren hinter sich zu lassen. Die Ankündigung wurde vom Landwirtschaftsminister vor dem Parlament gemacht. Die Rückgaben betreffen Landwirte aus Dänemark, der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden, um bilaterale Investitionsabkommen zwischen diesen Staaten und Simbabwe einzuhalten.
Doch die seit Jahren brachliegenden Farmen wiederherzustellen, dürfte laut dem südafrikanischen Agrarökonomen Johan Willemse schwierig werden: „Die meisten Infrastrukturen, die sich auf diesen Farmen befanden, existieren nicht mehr. Man müsste diese Farmen praktisch von Grund auf neu entwickeln. Es ist nicht so, dass die Menschen sie in dem Zustand zurückbekommen, in dem sie sie verlassen haben. Deshalb wird es sehr kompliziert sein, dorthin zurückzukehren, Menschen zu vertreiben, die sich möglicherweise dort angesiedelt haben, erneut zu investieren und die Farmen wieder produktiv zu machen. Einige Leute sagen mir, dass sie derzeit nicht bereit sind, diese Risiken einzugehen.“
„Viel Skepsis gegenüber dieser Ankündigung“
Nach Ansicht von Johan Willemse, dessen Vater selbst eine Farm in Simbabwe besaß, dient die Maßnahme vor allem dazu, westliche Staaten zu besänftigen, während Harare eine Umschuldung seiner Schulden anstrebt: „Ich denke, dass es rund um diese Ankündigung viel Skepsis gibt und dass es sich vor allem um eine symbolische Geste der Regierung handelt, um zu zeigen, dass sie bereit ist, über dieses Thema zu sprechen.“
Mehr als 800 Farmen sollen laut dem Minister außerdem an schwarze Simbabwer zurückgegeben werden, die sie bereits vor der Kolonialzeit bewohnt hatten. Rund 400 weiße Landwirte sollen zudem die Möglichkeit erhalten, ihr Land zurückzukaufen, um dort bleiben zu können. Für die übrigen Fälle hatte die simbabwische Regierung bereits 2020 ein Entschädigungsabkommen in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar für alle enteigneten Landwirte angekündigt – allerdings ohne über die finanziellen Mittel zur Umsetzung zu verfügen.