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Absichtserklärung für neue Eisenbahnstrecke Kafue - Lion's Den

Sambia, Simbabwe

16.4.26   LOK Report

Sambia/Simbabwe: Absichtserklärung für neue Eiseenbahnstrecke Kafue - Lion's Den

Simbabwe und Sambia haben Anfang April 2026 eine Absichtserklärung für eine neue 311 km lange Eisenbahnstrecke zwischen beiden Ländern im Wert von schätzungsweise 2 Mrd. USD unterzeichnet. Das Projekt zielt darauf ab, den Transport strategisch wichtiger Erze wie Kupfer zu verbessern und die von der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (Southern African Development Community, SADC) unterstützten regionalen Korridore zu stärken.  

Der Minister für Verkehr und Infrastrukturentwicklung in Simbabwe, Herr Rechtsanwalt F.T. Mhona, und sein sambischer Amtskollege, Herr F.M. Tayali, nahmen am 11.04.2026 den Ministerbericht über die Pan-African Minerals Development Company (PMDC) entgegen, den sie an ihre jeweiligen Vorgesetzten – die Präsidenten von Simbabwe und Sambia – weiterleiten werden.

Dies folgt auf umfangreiche technische Beratungen von Teams beider Länder über die potenzielle Nutzung von Mineralrechten in Südafrika, die der National Railways of Zimbabwe (NRZ) und der Zambia Railways Limited (ZRL) übertragen wurden und über deren gemeinsames Unternehmen Emerging Railways (ERP) verwaltet werden.

Die beiden Minister unterzeichneten zudem eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) für den Bau einer Eisenbahnnebenstrecke, die Kafue in Sambia mit Lion's Den in Simbabwe verbindet.

Projektumfang und Trassenführung

Die geplante Eisenbahnstrecke wird wichtige Gebiete in Simbabwe durchqueren, darunter Chirundu, den Hurungwe-Nationalpark, Makuti, Denis, Chakuti und Lion's Den, sowie vier Distrikte in Sambia – Kafue, Mazabuka, Chikankata und Chirundu.

Das Projekt erstreckt sich über etwa 311 km, davon 94 km in Sambia und 217 km in Simbabwe.

Die Strecke wird weitgehend dem bestehenden Autobahnkorridor folgen und die Kapspurweite von 1067 mm nutzen, wobei Vorkehrungen für eine spätere Umstellung auf Normalspur getroffen werden. Das Projekt umfasst zudem den Bau von 16 Bahnhöfen und zwei Rangierbahnhöfen entlang der Strecke.

Nach Fertigstellung wird die Eisenbahn die Transportwege erheblich verkürzen – die Strecke zum Hafen von Beira wird im Vergleich zum derzeitigen Nord-Süd-Korridor um etwa 800 km kürzer sein.

Dieses transformative Projekt soll den regionalen Handel fördern, das Potenzial der Bodenschätze erschließen und die Verkehrsanbindung zwischen Simbabwe und Sambia stärken.

Die NRZ hat die Initiative zum Bau einer Eisenbahnnebenstrecke zwischen Lion's Den in Simbabwe und Kafue in Sambia voll und ganz begrüßt und erklärt, dass diese einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des regionalen Handels und der Nutzung der Ressourcen leisten werde. Der Geschäftsführer der NRZ, Stephen Munyaradzi Charangwa, leitete das technische Team der NRZ.

Der Kafue–Lion's Den-Korridor

Der Kafue–Lion's Den-Korridor spiegelt einen breiteren kontinentalen Trend wider, die mit Bergbaugebieten verbundene Eisenbahninfrastruktur auszubauen oder zu modernisieren.

In Mosambik transportiert der Nacala-Korridor Kohle aus der Provinz Tete zu einem Tiefseehafen und wird derzeit modernisiert.

In Südafrika reformieren die Behörden den Eisenbahnsektor, einschließlich der Strecken, die Bergbauregionen bedienen.

In Nordafrika treiben die Länder ähnliche Projekte voran, darunter Algeriens Eisenerzkorridor Gara Djebilet sowie auf Phosphat ausgerichtete Entwicklungen in Marokko und Tunesien.

In Westafrika hat Guinea kürzlich einen ersten Abschnitt des mit dem Simandou-Projekt verbundenen Eisenbahnkorridors eingeweiht, während Liberia plant, die Strecke Yekepa–Buchanan für Eisenerzexporte zu modernisieren. In Zentralafrika setzt Gabun die Modernisierung des Setrag-Netzes fort, das für den Mangan-Transport genutzt wird.

Unterdessen ist das zentrale Afrika mit Großprojekten wie den Korridoren Lobito und TAZARA führend, deren Investitionen auf mehr als 6 Mrd. USD bzw. 1,4 Mrd. USD geschätzt werden.

Wie bei vielen großen Infrastrukturprojekten bleibt die Finanzierung ein wesentliches Hindernis. Der Korridor Kafue–Lion's Den erfordert Investitionen in Höhe von fast 2 Mrd. USD. Darüber hinaus bestehen weiterhin technische Herausforderungen, insbesondere die Integration der neuen Strecke in bestehende Schienennetze, um Interoperabilität und einen effizienten Betrieb zu gewährleisten.

WKZ, Quelle Ministry of Transport - Zimbabwe, NRZ, Africa News, Ecifin Agency