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Für 320 Millionen Euro: Chinesischer Konzern könnte Zuschlag für EU-Projekt in Senegal erhalten

China

21.4.26  Weltwoche

Ein chinesisches Staatsunternehmen steht vor dem Zuschlag für ein mit 320 Millionen Euro finanziertes EU-Projekt im Senegal. Laut Euractiv ist der Schienenfahrzeughersteller CRRC Favorit für die Lieferung von 380 Erdgasbussen für den Nahverkehr in Dakar.

Das Projekt wird von einem Konsortium europäischer Institutionen finanziert, darunter die Europäische Investitionsbank, die EU-Kommission, die französische Entwicklungsagentur AFD und die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau. CRRC setzte sich demnach gegen den schwedischen Hersteller Scania und einen weiteren chinesischen Anbieter durch, nachdem das Unternehmen ein Angebot eingereicht hatte, das weniger als halb so teuer war wie jenes der Konkurrenz.

In Brüssel sorgt der mögliche Zuschlag für Kritik. Der dänische EU-Abgeordnete Kristoffer Storm sagte: «Das ist völlig verrückt.» Auch der liberale Politiker Sandro Gozi erklärte: «Wenn Europa es mit der strategischen Autonomie ernst meint, kann es nicht neutral bleiben, wenn es um das eigene Geld geht.» Er forderte, EU-finanzierte Projekte sollten «eine klare europäische Präferenz haben».

Die Entscheidung über den Zuschlag wurde zuletzt auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, möglicherweise aufgrund politischen Drucks. Scania ist der einzige europäische Bieter in dem Verfahren.

Die EU verfolgt mit ihrer Global-Gateway-Initiative das Ziel, wirtschaftliche Entwicklung in Drittstaaten zu fördern und eine Alternative zu Chinas Infrastrukturstrategie zu bieten. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte jedoch, G-20-Staaten ausserhalb der EU seien «grundsätzlich nicht teilnahmeberechtigt», während Partnerinstitutionen eigene Vergaberegeln anwenden könnten. Die Europäische Investitionsbank kündigte an, das Verfahren zu prüfen.