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Irans Partner in Afrika werden geschwächt

Afrika

19.3.26 NZZ

Neue Sanktionen erschweren das Rüstungsgeschäft

Birte Mensing, Nairobi

Als Iran anfing, amerikanische Basen in der Region zu bombardieren, gab es auch in Kenya einen Moment der Angst. Kenya ist einer der wichtigsten Partner der USA in Afrika. Doch die dortige iranische Botschaft beruhigte die Gemüter bei einer Pressekonferenz: «Unsere Raketen könnten Kenya derzeit gar nicht erreichen», liess man verlauten. Doch sollte Kenya den USA erlauben, von seinem Boden aus Iran anzugreifen, könnte sich das ändern. Näher an Iran liegen allerdings Militärstützpunkte der USA in Djibouti, Somalia und Eritrea.

In den vergangenen Jahrzehnten hat Iran seine diplomatischen und militärischen Beziehungen auf dem Kontinent immer weiter ausgebaut. Die wachsenden Volkswirtschaften in Afrika waren eine Chance für Iran, aus der Isolation herauszufinden. Die Kooperationen zeigen sich auch im Abstimmungsverhalten afrikanischer Länder in der Uno. Besonders im Rüstungsgeschäft war Iran aktiv. Waffenlieferungen gingen etwa an die Armee im Sudan, erklärt Ladd Serwat. Für das Konfliktforschungsinstitut Acled beobachtet er die Sicherheitslage auf dem afrikanischen Kontinent.

Amerikanische Wissenschafter vom Conflict Observatory haben 2024 Daten von Flügen ausgewertet, die für den Transport von Waffen genutzt wurden. Im Sudan-Krieg komme demnach seit Dezember 2023 moderne Waffentechnik aus Iran zum Einsatz, darunter Drohnen. Iran beteiligt sich so am Stellvertreterkrieg im Sudan – trotz Uno-Waffenembargo. Der iranische Einsatz im Sudan ist den USA schon länger ein Dorn im Auge. Anfang März setzten die USA die sudanesische Muslimbruderschaft im Sudan auf ihre Terrorliste. Die Milizen der Muslimbruderschaft im Sudan landeten schon letzten Herbst auf der Terrorliste der USA.

Irans Engagement am Horn von Afrika ist nicht neu. Mit den verbündeten Huthi in Jemen hat Teheran dort eine starke Position. Der iranische Stellvertreter soll in den Waffenschmuggel involviert sein. «Wenn Iran seine Waffenbestände nun selbst nutzen muss, kann das Auswirkungen auf die afrikanischen Partner haben», meint Serwat. Während des Tigray-Krieges lieferte Iran bereits Drohnen an Äthiopien. Auch mit Eritrea, Äthiopiens Erzfeind, arbeitet Teheran eng zusammen.

In mehreren afrikanischen Ländern gab es Proteste gegen die amerikanisch-israelischen Luftangriffe und Trauerbekundungen für Khamenei. Besonders ausgeprägt waren diese im Norden von Nigeria. Dort leben mehrere Millionen Schiiten. Organisiert wurden die Proteste von der schiitischen islamischen Bewegung in Nigeria. Sie sei von der iranischen Revolution inspiriert, berichtet Serwat.